Der Geruchssinn bei Hunden ist besonders ausgeprägt. Über ihn nehmen sie ihre Umwelt vorrangig wahr. Was für den Menschen das Sehvermögen ist, ist für unsere Vierbeiner das Riechvermögen. An die 200 Millionen Zellen in der Nase ermöglichen diesen Unterschied. Unsere circa zehn Millionen Riechzellen „stinken“ dagegen regelrecht ab.
Duftstoffe, die andere Tiere von sich geben, erzählen über körperliche Gesundheit oder emotionale Zustände. So können trainierte Hunde unterschiedliche Arten von Krebszellen erschnüffeln oder Angst riechen. Sie erschnüffeln gesuchte Personen über Kilometer hinweg oder helfen als Diabetikerwarnhunde gefährliche Blutzuckerschwankungen (anteilig über den Geruch) anzuzeigen. Ihr Geruchsvermögen findet in eigenen und für uns schwer vorstellbaren Geruchswelten statt: dicht, informationsreich und voller unterschiedlicher Eindrücke.
Hunde verbinden Gerüche mit Emotionen
Wir verbinden bestimmte Gerüche mit Erlebnissen und Erfahrungen und dementsprechend mit Emotionen. Sie lösen unvermittelt bewusst und unbewusst körperliche Reaktionen aus und haben Einfluss auf unsere Stimmung und unser Verhalten. Ekel, Verlangen oder auch Angst können hervorgerufen werden. Dass Emotionen und Gerüche nah miteinander verwoben sind, zeigt sich auch in unserem Gehirn. Hirnregionen wie Riechkolben, der Hippokampus (Langzeitgedächtnis) und die Amygdala (emotionale Einstufung/Stressreaktionen) verarbeiten nacheinander Geruchsinformationen.
Dass es ganz ähnlich bei unseren felllastigen Mitbewohnern aussieht, hat eine Studie aus 2025 nachweisen können. Bei der sogenannten „Speckle-Pattern-Analyse“ wurden mithilfe einer digitalen Kamera und eines grünen Lasers neuronale Aktivitäten im Hundegehirn sichtbar gemacht, während de Vierbeiner nacheinander diverse Gerüche „serviert“ bekam . Dieser Versuchsaufbau benötigte somit keinen operativen Eingriff, war geräuscharm und das Tier blieb unverletzt. So konnte auch sichergestellt werden, dass kein unnötiger Stress verursacht wurde, der die Ergebnisse hätte verfälschen können.
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Düfte als Trainingshilfe bei Hunden
Hat dein Hund bestimmte Gerüche mit negativen Erlebnissen verknüpft, lösen sie Stressreaktionen aus. Unter solchen Bedingungen kann er nur noch schlecht lernen und trainieren, da die Konzentration gestört wird. Positiv besetzte Gerüche hingegen sorgen für Wohlbehagen oder Freude. Dies sind gute Ausgangsbedingungen für ein Training mit deinem Hund.
Bei Suchspielen, bei denen es nur um Düfte geht, lässt sich beides gut verbinden: Trainingsfreude mit Geruchsunterstützung. Dein Vierbeiner lernt bestimmte Gerüche mit Spaß beim Lernen zu verknüpfen und ist mit größerer Freude dabei, einer Duftspur zu folgen oder aus zehn unterschiedlichen Gerüchen den richtigen herauszufinden.
Sicherheit für Hunde durch Gerüche
Vertraute Gerüche, die keine negativen Gefühle auslösen, schaffen Sicherheit. Das kannst du dir zunutze machen.
Zieht ein Welpe von einem Züchter ein, ist es manchmal möglich, schon frühzeitig beispielsweise ein getragenes T-Shirt zum Spielen für diesen Welpen abzugeben, damit er mit deinem Geruch nicht nur vertraut wird, sondern ihn auch noch mit positiven Dingen verbindet.
Bei einem Urlaub ohne Hund kannst du ganz ähnlich verfahren, wenn deine Fellnase für den Zeitraum bei Freunden oder Familie wohnt. Gib etwas Persönliches mit, das stark nach dir riecht. So steigerst du die Wahrscheinlichkeit, dass dein Tier besser zur Ruhe kommt, wenn es dich vermissen sollte.
Silvester bedeutet für viele Tiere großen Stress. Düfte, die dein Hund mit einem freudigen Geruchstraining verbindet, können hier abmildernd wirken. Andererseits wäre es auch möglich, die Duftstoffe eines Feuerwerks mit ins Training einzubauen, sodass sie ihren Schrecken verlieren.
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