
Felder und Wiesen verführen bei schönem Wetter zu ausgedehnten Spaziergängen mit Hund. Jedoch lauert im Sommer und im Herbst genau dort eine unerwartete Gefahr auf deine Fellnase: borstige, fadenförmige oder auch gedrehte Pflanzenfortsätze von Süßgräsern. Diese sogenannten Grannen, insbesondere die der Getreidesorten, sind zur Reifezeit starr und bleiben gerne überall hängen.
Weshalb sie zu einem Problem für deinen Hund werden können, erfährst du hier.
Warum sind Grannen eine Gefahr für Hunde?
Grannen bleiben nicht nur im Fell hängen, sie gehen auch wortwörtlich unter die Haut. Sie sind häufig verzweigt und mit Widerhaken ausgestattet. Dies bedeutet, dass sie nicht so leicht herauszuziehen sind, da sie sich regelrecht verhaken und unter der Haut festsitzen. Außerdem führt der Aufbau einer Granne dazu, dass sie sich immer tiefer gräbt. Diese Pflanzenteile sollten also frühzeitig entdeckt und entfernt werden. Am besten zu einem Zeitpunkt, wenn sie noch im Fell hängen und einfach zu lösen sind. Gerade zwischen den Zehen oder unter den Achseln können sie nur allzu schnell übersehen werden. Daher solltest du deinen Hund nach einem Ausflug abseits eines Weges zwischen Juni und August/September nach Grannen untersuchen. Andernfalls drohen schwere Entzündungen und Abszesse.
Gefahr besteht besonders für Ohren, Nase und Augen, wenn sich hier eine Granne verhakt. Ein solcher Zwischenfall kann lebensbedrohlich enden. Eingeatmete Borsten gelangen unter Umständen bis in die Lunge hinein und verursachen nur schwer zu behandelnde Schäden am Gewebe.
Was sind Anzeichen für „unsichtbare“ Grannen?
Setzt sich eine Granne im Pfotenbereich fest, kannst du es an unterschiedlichen Symptomen erkennen:
- Dein Hund leckt oder beißt in die Stelle, an der er den Fremdkörper spürt.
- Beim Auftreten humpelt oder lahmt er.
- Du kannst eine Schwellung beim Abtasten fühlen. Das Gewebe kann durch die Entzündung spürbar wärmer sein.
- Die Entzündung oder gar ein entstandener Abszess eitert oder blutet.
Steckt eine Granne in der Nase deines Hundes, kannst du es daran erkennen:
- Der Fremdkörper stört die empfindlichen Schleimhäute der Nase, wodurch dein Hund auffällig häufig niest.
- Die Granne selbst oder herbeigeführte Schwellungen stören beim Atmen. Dein Vierbeiner schnauft und atmet schwer selbst in Ruhephasen.
- Durch eine Entzündung oder einen Abszess kommt es zu einem blutigen oder eitrigen Ausfluss aus einem Nasenloch.
- Tiefer sitzende Grannen rufen Hustanfälle hervor.
Eine Granne am Auge deines Hundes äußert sich durch folgende Symptome:
- Das Auge ist gerötet oder auch angeschwollen, wodurch es wie zugekniffen zu sein scheint.
- Sollte es bereits zu Entzündungen bekommen sein, kann auch ein Augenausfluss in eitriger oder gar blutiger Form.
Im Ohr macht sich eine Granne bzw. dein Hund durch Folgendes bemerkbar:
- Dein Hund schüttelt seinen Kopf immer wieder oder hält ihn schief.
- Er reibt oder kratzt sein Ohr.
- Folgen der Gewebeschäden verursachen einen unangenehmen Geruch aus dem Hundeohr.
- Die Granne kann auch das Gleichgewichtsorgan beschädigen, dadurch läuft deine Fellnase unrund, torkelt oder fällt sogar hin.
Was muss ich tun, wenn ich bei meinem Hund eine Granne entdecke oder vermute?
Solange sich die Granne noch nicht festgesetzt hat, kannst du sie selbst entfernen. Das heißt, nur Grannen, die sich ausschließlich im Fell befinden, benötigen keine Hilfe vom Tierarzt. Allerdings ist auch hierbei schon Vorsicht geboten. Entfernst du die Granne nicht vollständig, können eventuell abgebrochene Bestandteile immer noch in die Haut eindringen und sich dort verhaken. Somit ist aufmerksames und komplettes Entfernen des „Widerborsts“ notwendig.
In jedem anderen Fall sollte ein Tierarzt aufgesucht werden, da der Pflanzenbestandteil professionell entfernt werden muss. Zugsalbe kommt in unkomplizierten Fällen zum Einsatz, wenn versucht wird, die Granne aus dem Gewebe herauszuführen. Trägt diese Behandlung keine Früchte, kommt es zu einer Operation.
Solltest du keine Granne sehen können, aber du vermutest eine Entzündung, solltest du ebenfalls den Tierarzt aufsuchen. Der Widerborst sitzt immer noch im Gewebe und muss entfernt werden, andenfall könnte er immer tiefer ins Fleisch oder sogar in Organe wandern und schlimmen Schaden anrichten.
Kann ich prophylaktisch meinen Hund vor Grannen schützen?
Hohes Gras, Felder und Wiesen rufen förmlich für viele Hunde nach wilden Ausflügen. In den Sommermonaten und Anfang Herbst darauf zu verzichten, minimiert das Risiko, es wird jedoch nicht vollkommen ausgemerzt: Denn gleich am Wegesrand ist häufig Mäuse-Gerste zu finden, die ebenfalls über Grannen verfügt. Deinen Hund an einer kurzen Leine an solchen Stellen zu führen, bleibt dennoch nützlich.
Kurzes Fell erschwert für Grannen ein Festsetzen. Die Haftmöglichkeiten sind bei kurzfelligen Hunden also von Natur aus geringer. Langfellige Vierbeiner dürften sich aber gerade in den Sommermonaten über eine Schur generell freuen: Die Körperwärme kann besser abgeführt werden und zugleich haben Grannen weniger Angriffsfläche.
Suche das Fell deines Hundes nach einer Gassirunde oder einem ausgiebigen Spaziergang sorgfältig ab. Bürste es außerdem aus und wirf einen Blick in die Ohren deiner Fellnase, damit sich dort keine Granne unbemerkt verstecken kann.










