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Sind Pudel-Hybride schlimmer als ihr Ruf?

von Jenny | Allgemein, Ratgeber, Trends

Bild eines Labradoodles

Die Zucht von Pudelmischlingen hat aufgrund von Beliebtheit dieser Fellnasen in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Ob Labradoodle (Labrador + Pudel), Cockapoo (English Cocker Spaniel + Pudel) , Goldendoodle (Golden Retriever + Pudel) oder auch Maltipoo (Malteser + Pudel), sie werden immer als „familienfreundlich“ und „hypoallergen“ angepriesen. Stimmt das? Und was für Konsequenzen hat dies für diese Rassen?

Studie liefert gegenläufige Ergebnisse

In einer Studie aus Großbritannien, die im März 2006 veröffentlich wurde, kommen die Doodle-Mischlinge nicht nur schlechter weg als ihr Ruf sie anpreist. Sie schnitten auch schlechter ab als reinrassige Hunde, aus denen sie gezüchtet wurden.

Via Fragebögen wurden Halter von Labrador Retrievern, Cavalier King Charles Spaniels, Cocker Spaniels und Pudeln einerseits und Cockapoos, Labradoodles und Cavapoos andererseits um Antworten in zwölf unterschiedlichen Verhaltensmerkmalen gebeten. Letztlich gingen insgesamt 9402 verwertbare Antworten in die Auswertungen der Wissenschaftler ein.

Die Ergebnisse zeigten, dass Doodle-Hybride zu 44,4 % mehr unerwünschte Verhaltensweisen zeigten als ihre Elternrassen. In 9,7 % der befragten Fälle zeigten sie weniger unerwünschte Verhaltensweisen im Vergleich zu den Haltern der reinrassigen Hunde. Cockapoos, gefolgt von Cavapoos, führten die Rangliste der Rassen mit den häufigsten negativen Verhaltensmerkmale an.

Mediale Irreführung und falsche Vorstellungen

Trotz der schlechten Ergebnisse, die die Doodles ablieferten, sollte man nicht zum Schluss kommen, dass diese Rassen problematischer seien als ihre Elternrassen. Ihr Problem liegt vielmehr – wie so häufig – bei den Besitzern. Besitzern von Labradoodle & Co. informieren sich verstärkt über Social Media, holen sich „Tipps“ aus dem persönlichen Umfeld oder aus sonstigen unqualifizierten Quellen, gaben die Forscher als Begründungen an.

Die Werbeslogans wie „leicht erziehbar“, „familienfreundlich“ oder auch „hypoallergen“ verleiten zu falschen Vorstellungen, wenn es darum geht, ein Leben mit einem Hund zu führen und diesen zu erziehen. Es wird gerne außer Acht gelassen, dass ein Pudelmischling immer noch Pudel in sich hat. Diese Rasse hat über ein Jahrhundert Geschichte hinter sich und war über lange Zeit ein reiner Jagdhund. Dies kann dazu führen, dass auch ein Doodle ausgeprägten Jagdinstinkt hat, der konsequente Erziehung erfordert.

Festhalten sollte man ebenfalls, dass ein Pudelmischling tendenziell ein intelligenter Hund ist, der ausgelastet und beschäftigt sein will. Kommt man diesen Bedürfnissen nicht in einem ausreichenden Umfang nach, sind die unerwünschten Verhaltensweisen aus der obig erwähnten Studie nicht überraschend, wie ungefragtes Umdekorieren der Wohnung, zerbissene Schuhe, rüpeln an der Leine etc. Die Wochenplanung sollte dementsprechend mit Hundesport wie Mantrailing oder Agility bestückt sein. Denkspiele, die der geistigen Auslastung dienen, dürften ebenfalls genau das Richtig für eine Pudelkreuzung sein.

Hinzu kommt ferner eine besondere Pflege des Fells. In einer pudeligen Wundertüte können diverse Fellvariationen auftreten, die regelmäßige Aufmerksamkeit notwendig machen. Mehrfaches und gründliches Bürsten pro Woche mit einer geeigneten Hundebürste ist Pflicht, damit es nicht zu Verfilzungen kommt.

Hypoallergen? Für Allergiker geeignet? Dies sind nach aktueller Studienlage Märchen. Es gibt keine Unterschiede zu anderen Hunderassen. Diesen vermeintlichen Vorteil kann man getrost als nichtig bezeichnen.

Den gesunden Mischlingshund gibt es ebenfalls nicht. Auch hierfür gibt es keine belastbaren Ergebnisse. Wie gesund ein Hund ist, hängt von zu vielen Faktoren ab, wie gute Gene, gute Ernährung oder körperliche Fitness.

Gerade Designerrassen, die Modehunde hervorbringen, leiden vermehrt unter schlechten Zuchtbedingungen, weil für manche Züchter diese Tiere nur Produkte sind. Es wird nicht auf ihre Gesundheit geachtet und mit Tieren gezüchtet, die dazu nicht geeignet sind. Dadurch können besonders diese Rassen verstärkt unter Gesundheitsproblemen leiden.

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Pudelbuch(*)

Wer nach einem Ratgeber zu Pflege, Erziehung und Rasseeigenschaften von Pudeln sucht, wird hier fündig.

Fazit

Wer sich einen Hund zulegen möchte, sollte sich vorab gut informieren. Dabei ist es egal, ob es sich um einen Cavapoo oder einen Rottweiler handelt.

Kann ich die Verantwortung für ein Tier übernehmen? Habe ich die notwendige Zeit dafür? Welche Ansprüche stellt die Rasse, die ich mir vorgestellt habe? Wie viel Arbeit macht ein Welpe? Was ist eine Grundausstattung bei der Anschaffung eines Hundes? Welche festen Kosten kommen auf mich zu?

Erst nachdem man sich über solche Punkte im Klaren ist und zu einem positiven Ergebnis kommt, kann man den nächsten Schritt wagen. Nur das ist fair gegenüber einem empfindsamen Tier wie einem Hund.

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