Das Rätselraten bei vielen Mischlingshunden beginnt gleich mit dem ersten Blick. Die Ohren erinnern an Schäferhund, das Fell ist struppig wie ein Terrier und die Freude, alles zu verschlingen, muss Labrador sein … aber beim Rückruf ist eindeutig verzogener Schoßhund verantwortlich!
Allein über das Aussehen lässt sich die Herkunft eines Mischlings jedoch nur schwerlich bestimmen. Auch Fachleute haben hier zuweilen Probleme und liegen mit ihren Einschätzungen daneben. Um die Hunderassen zu bestimmen, benötigt es einen DNA-Test, der die genetische Herkunft nach Rassen aufschlüsselt.
Mittlerweile gibt es hierfür kaufbare Testkits. Alles, was zu tun ist, ist eine Speichelprobe vom Hund mit einem dafür vorgesehenen Stäbchen zu nehmen und diese Probe ins Labor zu schicken. Wenige Wochen später erhält man eine Auswertung.
Aber warum sollte man überhaupt in Erfahrung bringen wollen, ob das eigene Fellknäuel aus Beagle, Australian Shepherd, Tibetdogge oder … Rollmops entsprungen ist?
Hunde-Verhalten besser verstehen
Zu wissen, welche Rassen in deiner Fellnase vereint sind, kann helfen, bestimmte Verhaltensweisen besser zu verstehen. Beispielsweise auf Wildspuren intensiv zu reagieren, kann auf einen Jagdhundeanteil zurückführbar sein. Ist Hütehund vertreten, kann das der Grund dafür sein, dass dein Hund besonders aufmerksam auf Bewegungen reagiert.
Selbstverständlich ist ein Hund nicht nur das Ergebnis seiner Rassen. Erziehung, Umfeld und Erlebnisse spielen neben dem individuellen Charakter eine genauso große Rolle. Aber ein DNA-Test kann Aufschluss darüber geben, weshalb manche Dinge hervorstechen.
Training und Beschäftigung
Wenn du weißt, was die Anlagen deines Hundes sind, kannst du Training und Beschäftigung gezielter wählen. Rassen, die für die Nasenarbeit gezüchtet wurden, können sich an Mantrailing oder anderen Fährtenspielen erfreuen. Apportierfreudige Vertreter sollten Dummytraining ausprobieren und bewegungsfreudige Rassen eignen sich für Agility oder andere Hundesportarten.
In deinem Hund steckt ein Jäger? Dann weißt du, dass du besonderes Augenmerk auf einen guten Rückruf legen solltest. Du hast einen Herdenschutzhund daheim? Jetzt weißt du, weshalb du Diskussionen über fehlende Motivation, ein Kommando zu befolgen, führen musst.
Ein DNA-Test kann somit behilflich sein, deinen Fokus auf die richtigen Dinge im Umgang mit deinem Hund zu lenken und die richtigen Fragen zu stellen.
Mögliche Gesundheitsrisiken
Bestimmte Hunderassen sind anfälliger für gewisse Erkrankungen: Gelenk- oder Hautprobleme, Augenkrankheiten, Stoffwechselstörungen, Taubheit etc.
Ist dir die genetische Zusammensetzung deines Vierbeiners bekannt, können mögliche Risiken mit einem Tierarzt frühzeitig besprochen werden und ggf. Vorsorge getragen werden. Auch kann dieses Wissen mit einbezogen werden, wenn es um ein Pro und Contra bezüglich einer Hunde-Krankenversicherung geht.
Ein Test kann allerdings nur gewisse Wahrscheinlichkeiten zu bestimmten Krankheiten abgeben, er ist keine Gewissheit. Gezielte Tests zu einzelnen genetischen Krankheiten (wie dem MDR1-Defekt bei Collies und verwandten Rassen) existieren auch für Hunde.
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Abschätzen von Größe, Körperbau und Fellpflege
Beim Einzug eines jungen Hundes unbekannter Herkunft kann ein DNA-Test Hinweise darüber geben, welche Anforderungen er stellen wird. Wie groß und schwer, welches Fell und wie aktiv wird dürfte der Vierbeiner werden? Was ist der beste Schlafplatz, wenn das Tier höchstwahrscheinlich ein Kalb wird? Welcher Hundesalon ist in meiner Wohngegend der beste für eine wirre Mischung aus mehreren Fellarten? Mein kleiner Welpe wird klein bleiben? Dann kann ich mir die niedlichsten Hundenäpfe aussuchen, weil große Portionen nie verfüttert werden.
Neugier darf Grund genug sein
Spaß und Neugier dürfen allein Grund genug sein, um herausfinden zu wollen, was im felligen Mitbewohner steckt.
Im Vorfeld kann man im Familien- oder Freundeskreis sogar Wetten annehmen: Wer am weitesten danebenliegt, kauft den nächsten Sack Hundefutter.
Eine eigene Rassenrezeptur ließe sich ebenso erstellen:„30% Spürnase, 25% Hütehund, 20% Türklingelbeantworter, 15% geprüftes Haarmonster und 10% liebenswürdiges Chaos.“
Ein DNA-Test für Hunde ist ebenfalls ein schönes Geschenk an Besitzer von Mischlingen zu Geburtstagen oder Weihnachten.
Sind Hunde-DNA-Tests vertrauenswürdig?
DNA-Tests für Hunde können interessant und hilfreich sein. Wie genau sie sind, hängt vom Anbieter, der Größe seiner Datenbank und den darin enthaltenen Rassen ab.
Kleine Rassenanteile sollte man nicht überinterpretieren. Nahverwandte Rassen können zu zuweilen schwer voneinander unterscheidbar sein, weil es immer wieder zu Kreuzungen in der Vergangenheit gekommen ist.
Ein DNA-Test ist also als zusätzliche Informationsquelle zu betrachten, wenn es um Hinweise auf die Herkunft, das Verhalten, die körperlicher Erscheinung oder potenzielle Krankheiten geht. Er ist aber keine absolute Garantie.
Wie auch immer ein DNA-Test-Ergebnis ausfällt, ist letztlich immer am wichtigsten, dass der eigene Hund zu 100% ein geliebtes Familienmitglied mit individuellem Charakter ist. Daran kann kein Test der Welt etwas ändern.














